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Lisa Springborn erstellt ein Konzept für den Klimaschutz
Ausschuss für Nachhaltigkeit freut sich über Verstärkung
Essen, 23.03.2026. Seit Juli letzten Jahres hat der Kirchenkreis Essen eine Klimaschutzmanagerin: Lisa Springborn erstellt ein Klimaschutzkonzept für die Evangelische Kirche in Essen. Im August 2022 hatte eine Sondersynode beschlossen, die Einstellung einer Klimaschutzmanagerin zu prüfen; nachdem der Antrag auf staatliche Förderung erfolgreich war, konnte eine entsprechende Stelle ausgeschrieben werden.
Über die willkommene Unterstützung freut sich nicht nur Daniel Schröter, Leiter der Abteilung für Immobilienentwicklung und Gebäudemanagement, sondern auch der Ausschuss für Nachhaltigkeit. Lisa Springborn kommt aus Castrop-Rauxel und hat ein Masterstudium für Nachhaltige Entwicklung an der Hochschule Bochum absolviert; sie wohnt in der Ruhrstadt, hat einen Hund und ist gern mit dem Rad unterwegs. Wir haben mit ihr über ihre Aufgaben und die Ziele ihrer Arbeit gesprochen.
WANN HABEN SIE BEGONNEN, SICH MIT KLIMAFRAGEN ZU BESCHÄFTIGEN?
Der verantwortungsbewusste, nachhaltige Umgang mit Ressourcen war mir schon immer wichtig. Als ich während meines Diakonischen Jahres im "HOT Juengerbistro", einer Einrichtung der Evangelischen Jugend in Herne, das Studienfach Nachhaltige Entwicklung an der Hochschule Bochum entdeckte, wusste ich sofort, dass diese Ausbildung die richtige für mich ist.
WELCHEN FACHLICHEN HINTERGRUND BRINGEN SIE FÜR IHRE NEUE TÄTIGKEIT MIT?
Durch mein Bachelor- und Masterstudium der Nachhaltigen Entwicklung fühle ich mich sehr gut auf meine Aufgabe vorbereitet. Ich habe Kurse zur Ökobilanzierung, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Energieerzeugung, Partizipation, Bildung für nachhaltige Entwicklung und zu gestaltungsorientierten Ansätzen einer guten Gesellschaft belegt. Während einer Projektstudie und bei Nebenjobs habe ich mich auch mit Gebäuden und nachhaltigen Baumaterialien auseinandergesetzt.
KLIMASCHUTZ IST EIN WEITES FELD: WELCHE KONKRETEN ZIELE HABEN SIE IM BLICK?
Ganz konkret geht es darum, ein Klimaschutzkonzept für den Kirchenkreis Essen und seine Kirchengemeinden zu erstellen. Dabei geht es zunächst um die Datenerfassung – wo steht der Kirchenkreis mit seinen Kirchengemeinden im Hinblick auf den Klimaschutz? Was müssen wir tun, um das von der Landeskirche vorgegebene Ziel der Treibhausgasneutralität 2035 zu erreichen?
WIE KOMMEN SIE AN DIE DATEN? MÜSSEN SIE DIESE FRAGEN ALLEIN BEANTWORTEN?
Beim Sammeln der Daten und bei der Suche nach Antworten auf meine Fragen bin ich nicht allein. Der Ausschuss für Nachhaltigkeit begleitet und berät mich, außerdem freue ich mich über die Zusammenarbeit mit allen Interessierten im Kirchenkreis und in den Kirchengemeinden. Nach der Sondersynode hat jede Gemeinde konkrete Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die Themen Klimaschutz und nachhaltiges Handeln benannt und verfasst alle zwei Jahre einen Bericht über die Umsetzung der vereinbarten Schritte.
Außerdem plane ich einen Workshop, in dem es vor allem um die Ergebnisse der Treibhausgasbilanz gehen wird. Wie lassen sich die Treibhausgasemissionen senken. An welchen Stellschrauben – bei der Mobilität, den Gebäuden, beim Einkauf, bei der Ernährung usw. – sollen wir drehen? Was brauchen wir, damit wir einen Schritt weiterkommen – und uns der Klimaschutz gleichzeitig vielleicht auch noch Spaß macht?
WIE SIEHT IHR BERUFLICHER ALLTAG AUS, WOMIT BESCHÄFTIGEN SIE SICH ZURZEIT GANZ KONKRET?
Zurzeit bin ich mit der Datenerfassung beschäftigt – zuletzt habe ich etwa Mobilitätsdaten zusammengestellt. Wenn Sie also eine E-Mail von mir bekommen haben, füllen Sie gerne die Umfrage aus.
WER FÖRDERT IHRE STELLE?
Meine Aufgabe, ein Klimaschutzkonzept für den Kirchenkreis Essen und seine Kirchengemeinden zu erstellen, wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert.
HINTERGRUND: KLIMASCHUTZ IM KIRCHENKREIS UND IN DER EVANGELISCHEN KIRCHE IM RHEINLAND
„Als Evangelische Kirche in Essen wissen wir uns von Gott gerufen, den Weg der Gerechtigkeit, des Friedens und der Bewahrung der Schöpfung zu gehen. Der fortschreitende Klimawandel gehört zu den größten Herausforderungen für unsere Generation. Wollen wir unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Erde hinterlassen, müssen wir unseren Lebensstil verändern, indem wir unseren ökologischen Fußabdruck verkleinern, nachhaltiger mit Ressourcen umgehen und den Ausstoß an Treibhausgasen reduzieren.“ Mit diesen Worten beginnt die Präambel der Beschlüsse der Sondersynode, die der Kirchenkreis Essen im August 2022 zum Thema Klimaschutz einberufen hatte. Die empfohlenen Maßnahmen finden Sie hinter dem untenstehenden Link (PDF).
Unsere Landeskirche, die Evangelische Kirche im Rheinland, hat vor drei Jahren beschlossen, ab 2035 nur noch Gebäude zu betreiben, die netto treibhausgasneutral sind. Damit setzt die zweitgrößte Landeskirche in Deutschland ein Zeichen zur Bewahrung der Schöpfung.
Um das Ziel der Treibhausgasneutralität zu erreichen, müssen alle Ebenen der Landeskirche bis 2027 eine Gebäudebedarfsplanung durchführen. So kann entschieden werden, welche der Gebäude der 627 Gemeinden, der 37 Kirchenkreise und der Landeskirche energetisch instandgesetzt oder aufgegeben werden. Es sollen nur noch Gebäude betrieben werden, die die Kirche unmittelbar für ihre Zwecke nutzt. Ausnahmen gelten für Gebäude, die Dritten komplett zur Nutzung überlassen sind, also etwa vermietete Immobilien.
Unser Titelbild zeigt den Beirat für Nachhaltigkeit vor einer Sitzung im Haus der Evangelischen Kirche; Lisa Springborn steht ganz links. Foto: Kirchenkreis Essen/Alexandra Roth
Zu den Beschlüssen der sogenannten Klimasynode des Kirchenkreises Essen (PDF) »
