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Freude über Auszeichnung
Kirchenkreis ist Fahrradfreundlicher Arbeitgeber in Gold
Essen, 02.07.2026. Vor drei Jahren wurde der Kirchenkreis Essen zum ersten Mal als „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ ausgezeichnet – dabei reichte es im Februar 2023 für die zweithöchste Kategorie (Silber). „Wir wollen uns weiter verbessern und noch mehr tun, um unseren Mitarbeitenden den Umstieg auf das Fahrrad zu erleichtern“, hieß es damals. Das ist wunderbar gelungen – nach der ersten turnusmäßigen Rezertifizierung überreichte Oberbürgermeister Thomas Kufen Superintendentin Marion Greve, Verwaltungsamt-Leiterin Katja Wäller und den drei Fahrradbeauftragten des Kirchenkreises am 2. Juli auf dem Innenhof des Hauses der Evangelischen Kirche das Siegel in Gold. Die Freude ist groß.
SCHON 42 INSTITUTIONEN IN ESSEN SIND ZERTIFIZIERT
Das EU-weite Siegel „Zertifizierter Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ wird in Deutschland exklusiv vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in den Abstufungen Gold, Silber und Bronze vergeben. Als Essen im Jahr 2017 „Grüne Hauptstadt Europas“ war, schloss sich die Stadt dem Programm an und veranstaltet seitdem regelmäßig Workshops für interessierte Unternehmen, die sich auf die Zertifizierung vorbereiten wollen; Kooperationspartner der Initiative sind hier die EWG – Essener Wirtschaftsförderung, die Grüne-Hauptstadt-Agentur und der ADFC Essen.
42 als „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ ausgezeichnete Unternehmen, Behörden und soziale Träger gibt es mittlerweile in Essen: „In Deutschland liegen wir damit ganz vorn“, freute sich Oberbürgermeister Thomas Kufen bei der Übergabe der Urkunde. Die Aktion leiste zudem einen „wichtigen Beitrag, um die nachhaltige Mobilität in Essen zu steigern“.
EINHEITLICHE KRITERIEN BEI DER VERGABE
Einheitliche Kriterien helfen bei der korrekten Einstufung in die richtige Siegel-Kategorie: „Neben der neuen Duschgelegenheit und den Maßnahmen in der Fahrradgarage hat mich beim Kirchenkreis Essen vor allem die Leidenschaft beeindruckt, mit der hier für das Fahrradfahren geworben wird“, erklärte Auditor Andreas K. Bittner vom Landesvorstand des ADFC Nordrhein-Westfalen. „Jede Aktion und jedes neue Angebot wird nicht nur intern dokumentiert, sondern auch öffentlich gemacht, ob im Intranet oder in den Social-Media-Kanälen der Evangelischen Kirche in Essen.“
Zu den weiteren Aktivitäten, die von der Geschäftsführung des Kirchenkreises mustergültig in den letzten drei Jahren unterstützt wurden, gelten Verschönungsaktionen, neue Service- und Reparaturmöglichkeiten, die Anschaffung felgenfreundlicher Fahrradständer, gemeinsam unternommene Ausflüge, Umfragen zu den Bedürfnissen von Mitarbeitenden, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen wollen, sowie das mehrmals im Jahr angebotene Fahrradfrühstück. Dass der Kirchenkreis sich in jedem Jahr am „Stadtradeln“ und seit 2024 auch am „Winterradeln“ beteiligt, versteht sich fast schon von selbst.
DANK AN DIE FAHRRADBEAUFTRAGTEN
In ihrer Ansprache dankte Superintendentin Marion Greve der Leiterin des Evangelischen Verwaltungsamts Essen, Katja Wäller, für die getätigten Investitionen, die sich ausgezahlt hätten. Beide zusammen würdigten anschließend das Engagement der mittlerweile drei Fahrradbeauftragten Frank Rosinger, Birgitt Ruoff und Bernd Musebrink: „Sie haben sich im besten Sinne das Thema Mobilität auf die Fahnen, oder besser Felgen geschrieben“, sagte die Superintendentin mit einem Augenzwinkern. „Mit ihrem Einsatz setzen sie einen der Beschlüsse, die unser Kirchenparlament auf der ‚Klima-Synode‘ im Jahr 2022 getroffen hat, ganz konkret und vorbildlich in die Tat um.“
SCHÖPFUNG BEWAHREN - FAHRRAD FAHREN!
Zum Abschluss ging Marion Greve auf die umstrittenen sogenannten „Verkehrspolitischen Leitlinien“ ein, die der Essener Stadtrat dank der Mehrheit von CDU und SPD im Kommunalparlament vor einigen Wochen beschlossen hat. Zurzeit sammelt der „RadEntscheid“, ein Bündnis aus Umwelt- und Fahrrad-Organisationen, Unterschriften für ein Bürgerbegehren, mit dem eine Rücknahme der neuen Leitlinien erreicht werden soll.
„Ein verantwortlicher Umgang mit der Schöpfung bedeutet aus Sicht der Kirche, die notwendigen Schritte zu einer Verringerung des motorisierten Individualverkehrs nicht aus dem Blick zu verlieren“, sagte die Superintendentin. Kurzfristige Sachzwänge wie die Sanierung von Straßen und Brücken dürften nicht zu einer dauerhaften Abkehr von langfristigen klima- und verkehrspolitischen Zielen führen – dies müsse noch viel deutlicher kommuniziert werden. „Ich nehme die heutige, aus meiner Sicht sehr gut passende Gelegenheit wahr, um für eine nachhaltige Mobilitätswende zu plädieren. Auch heute, bei knappen Kassen und notwendigen Sanierungen von Verkehrswegen, gilt weiter: Schöpfung bewahren – Fahrrad fahren!“
Das Siegel in Gold ist mit einer weiteren finanziellen Unterstützung in Höhe von 500 Euro verbunden, die in Maßnahmen zur Förderung der Fahrradfreundlichkeit investiert werden können.
HINTERGRUND: FAHRRADFREUNDLICHER ARBEITGEBER
Interessierte Unternehmen können online auf der Homepage fahrradfreundlicher-arbeitgeber.de mit einem kurzen Selbsttest herausfinden, ob bereits eine Zertifizierung möglich ist oder ob weitere Maßnahmen erforderlich sind. Es folgt die Anmeldung des Betriebes für die Begutachtung durch den ADFC-Auditor. Er überprüft vor Ort die bestehenden Angebote und berät über ergänzende Möglichkeiten zur Optimierung. Ist das Ergebnis des Audits positiv, erhält der Betrieb das Qualitätssiegel „Zertifizierter Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ in Bronze, Silber oder Gold. Die Zertifizierung ist für drei Jahre gültig. Alle ausgezeichneten Institutionen sind Mitglied im „Arbeitskreis der fahrradfreundlichen Arbeitgeber“, der sich mehrmals im Jahr trifft.
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Titelbild: Über die gelungene Rezertifizierung, die Urkunde ‚Fahrradfreundlicher Arbeitgeber in Gold‘ und eine weitere finanzielle Förderung in Höhe von 500 Euro freuten sich Superintendentin Marion Greve (4.v.re.), Verwaltungsamt-Leiterin Katja Wäller (6.v.re.), Oberbürgermeister Thomas Kufen (3.v.re.), Andreas K. Bittner vom ADFC Nordrhein-Westfalen (5.v.re.) sowie Vertreter*innen aus der Grüne-Hauptstadt-Agentur und der EWG – Essener Wirtschaftsförderung. Foto: Kirchenkreis Essen/Till Schwachenwalde.
