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Bei Gott ist niemand unbedacht
Oberbürgermeister Thomas Kufen besuchte Gedenkgottesdienst
Essen, 08.09.2026. "Bei Gott ist niemand unbedacht, denn er kennt alle unsere Namen" - Einmal im Monat gedenken wir der "Unbedachten" dieser Stadt. So bezeichnen wir Essener Bürgerinnen und Bürger, die anonym und ohne Trauerfeier bestattet werden mussten, weil sich trotz intensiver Suche niemand fand, der für eine würdevolle Beerdigung sorgen konnte. 243 "Unbedachte" waren es allein im vergangenen Jahr.
In den ökumenischen Andachten verlesen wir ihre Namen, zünden Lichter für die Verstorbenen an und schreiben ihre Namen in ein "Buch des Lebens".
TEILNAHME DES OBERBÜRGERMEISTERS IST TRADITION
Es ist eine schöne Tradition, dass Oberbürgermeister Thomas Kufen einmal im Jahr an einer Gedenkfeier teilnimmt. Es gebe leichtere Termine als diesen, bekannte er in seinem Grußwort. Was führt dazu, dass Menschen am Ende ihres Lebens allein sind, dass sich nahe Angehörige zurückzogen, vielleicht aber auch nur die finanziellen Mittel für eine Trauerfeier fehlen? Zweifellos stehe jede "Bestattung von Amts wegen", wie diese Form der Beerdigung formell genannt wird, für ein besonderes Schicksal und einen längeren Prozess, an dem immer mehrere Menschen beteiligt gewesen seien, erklärte Thomas Kufen.
Der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Essen, die das monatliche Gedenken gemeinsam mit der Stadt veranstaltet, dankte er für dieses wichtige Zeichen der Anteilnahme, der Trauer und der Gemeinschaft. Die würdige Gestaltung und die Musik zeigten, wie wichtig allen Mitwirkenden diese Form des Abschiednehmens sei.
KOSTENLOSE TRAUERANZEIGEN VOR DER GEDENKFEIER
Nicht zuletzt hob der Oberbürgermeister das Engagement der Essener Tageszeitungen und des Internetportals Lokalklick hervor, die immer am Samstag vor dem jeweiligen Gottesdienst eine kostenlose Traueranzeige mit den Namen der "Unbedachten" veröffentlichen: "Manch einer erfährt dadurch vom Tod eines früheren Nachbarn oder einstigen Freundes, eines ehemaligen Kollegen oder einer ehemaligen Kollegin und schaut dann hier in der Marktkirche vorbei, um sich mit einem Gebet oder auch nur mit der Erinnerung an die gemeinsam verbrachte Zeit zu verabschieden."
Die Leitung hatten Pfarrer em. Ulrich Holste-Helmer und Dompropst Dr. Michael Dörnemann; für die Musik sorgte Kreiskantor Thomas Rudolph. Der nächste Gedenkgottesdienst für die "Unbedachten" ist am Dienstag, 13. Oktober, um 17 Uhr in der Marktkirche, Markt 2/Porschekanzel.
Unser Titelbild zeigt v.li.n.re. Pfarrer em. Ulrich Holste-Helmer, Oberbürgermeister Thomas Kufen, Dompropst Dr. Michael Dörnemann und Citykirchenpfarrer Jan Vicari. Foto: Georg Lukas.
